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[Die Herausforderungen und die Magie des On-Call-Sozialdienstes: Eine Reflexion über Krisenintervention]-[It's about the small acts of grace: An on-call social work story - Ep. 94]

The Social Work Stories Podcast · B2 · 2025-08-20

Culture
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📋 Summary

Die unvorhersehbare Realität des On-Call-Sozialdienstes

In der aktuellen Episode des Podcasts Social Work Stories reflektieren Dr. Min Fox und Liz Murphy über die oft unterschätzte und herausfordernde Arbeit von Sozialarbeitern im Bereitschaftsdienst (On-Call). Liz Murphy teilt dabei eine sehr persönliche Geschichte aus ihrer eigenen Praxis, die die Intensität und Unvorhersehbarkeit dieser Arbeit verdeutlicht.

Die Notwendigkeit der „Quiet Dignity“ (Stillen Würde)

Murphy schildert einen Einsatz um 2 Uhr morgens in der Notaufnahme (Emergency Department, ED), bei dem sie eine muslimische Familie nach dem plötzlichen Tod von „Mrs. Saliba“ unterstützte. Die Situation war geprägt von hoher emotionaler Belastung, einer Vielzahl an Trauernden und der Notwendigkeit, kulturelle Bedürfnisse – wie die Bestattung vor Sonnenuntergang – schnell zu koordinieren. Murphy beschreibt, wie sie sich als „Ente auf dem Teich“ fühlte: ruhig an der Oberfläche, aber hektisch paddelnd darunter. Sie betont, dass die „quiet dignity“ (stille Würde), die in diesem Moment entstand, vor allem dem professionellen und einfühlsamen Verhalten der Pflegekräfte zu verdanken war, die den Raum für die Familie hielten und den Abschiedsprozess respektvoll gestalteten.

Herausforderung: Mangelnde Ausbildung und „Baptism of Fire“

Ein zentraler Kritikpunkt der Podcasterinnen ist die mangelnde Vorbereitung auf solche Krisensituationen. Viele Sozialarbeiter werden ohne ausreichende praktische Erfahrung in den Bereitschaftsdienst geschickt – ein Ansatz, den sie als „baptism of fire“ (Feuertaufe) bezeichnen. Stattdessen fordern sie:

  • Experiential Learning: Intensive Simulationstrainings, die nicht nur Theorie vermitteln, sondern die physische und emotionale Umgebung einer Notaufnahme nachts simulieren.
  • Shadowing-Systeme: Erfahrene Kollegen sollten Berufseinsteiger begleiten, wobei dies idealerweise bezahlte Rollen sein sollten.
  • Multidisziplinäre Simulation: Das Training sollte gemeinsam mit Ärzten und Pflegekräften stattfinden, um die Zusammenarbeit in akuten Krisen (z.B. plötzliche Todesfälle) zu üben.

Strategien für die Praxis: „Memory Making“ und Selbstfürsorge

Murphy führt zudem das Konzept des „Memory Making“ im Bereitschaftsdienst ein. Durch einfache Mittel wie Teelichter, Fotografie oder das Überreichen von Andenken (z. B. gestrickte Herzen) könne eine klinische Umgebung „de-clinicalized“ (ent-klinisiert) und ein heiliger Raum für Trauer geschaffen werden. Dies wirke deeskalierend und entlaste die Familien in ihren dunkelsten Momenten.

Abschließend betonen die beiden Sozialarbeiterinnen die Notwendigkeit von Self-Care und dem Schutz vor „vicarious trauma“ (sekundärer Traumatisierung) und „compassion fatigue“ (Mitgefühlserschöpfung). Sie appellieren an die Branche, Bereitschaftsdienste nicht als bloße Pflichtaufgabe zu sehen, sondern sie durch Supervision, reflektierten Austausch und eine gerechte industrielle Absicherung (z. B. durch Gewerkschaftsmitgliedschaften) zu professionalisieren. Der Bereitschaftsdienst bleibt trotz aller Belastungen eine „privileged work“ (privilegierte Arbeit), in der Sozialarbeiter Menschen in ihren schmerzhaftesten Momenten begleiten und Zeugen von „moments of grace“ (Momenten der Gnade) werden dürfen.

🎯Key Sentences

1
It's one of those go-to touchstone topics, isn't it, for you and I?
Das ist doch eines dieser klassischen Themen, auf die wir immer wieder zurückkommen, oder?
2
I thought I should try a dose of my own medicine.
Ich dachte, ich sollte mal meine eigene Medizin probieren.
3
And also I've found since I've retired, I have more space to reflect and just stories bubble up.
Außerdem habe ich seit meinem Ruhestand mehr Raum zum Nachdenken, und die Geschichten sprudeln einfach so aus mir heraus.
4
I feel like I'm part of a special little group now.
Ich habe das Gefühl, jetzt Teil einer besonderen kleinen Gruppe zu sein.
5
I know it's not for everyone.
Ich weiß, dass das nicht jedermanns Sache ist.
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📝Key Phrases

1
go-to touchstone topics
bewährte Gesprächsthemen
2
avoid it like the plague
Meide es wie die Pest
3
dose of my own medicine
mit der eigenen Medizin behandelt werden
4
bubble up
nach oben durchsickern
5
throw someone for a six
jemanden völlig aus der Fassung bringen
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📖 Transcript

Welcome to Social Work Stories, a podcast exploring social work practice through stories and critical reflection.
This podcast is recorded on Aboriginal country, which was never ceded.
We acknowledge the traditional custodians and cultural knowledge holders of these lands. and pay our respects to Aboriginal elders past, present, and emerging.
We offer a warm welcome to any indigenous listeners who are part of our podcast community around the world.
If you have thoughts or feedback for our team or just want to find our whole back catalog of episodes, check out our website socialworkstories.com.
But for now, on with the episode. Hello, everyone.

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